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Treffpunkt Stammtisch 11.06.

Liebe Stammtisch-Interssierte! Unser Stammtisch am 11.06.2019 wird nicht wie sonst in der Lörzweiler Woistubb stattfinden, sondern in den Battenheimer Hof in Bodenheim verlegt. Dort ist ab 19:30 Uhr ein Tisch für uns reserviert. Wir würden uns freuen, Euch am Dienstagabend dort begrüßen zu dürfen!

Aktuelles

Prüfsteine Bürgermeisterwahl Lörzweiler

Wir Grüne in Lörzweiler wollen auch künftig aktiv in unserem Gemeinderat mitwirken. Uns liegen, neben einem soliden Finanzhaushalt, ökologische Inhalte und die Gestaltung  hochwertiger Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungangebote für Kinder besonders am Herzen. Wir denken dabei inklusiv und generationenübergreifend. Uns interessiert, mit wem wir diese Themen konstruktiv voranbringen können. Wir haben deshalb unsere Positionen formuliert, den Bürgermeister-Kandidat*innen dazu Fragen gestellt und uns gefreut, dass alle antworteten! Hier sind unsere Fragen, im Folgenden die Antworten der Kandidat*innen:


Ralf Kranz, SPD:

Gemeinsam mit meinem Team von der SPD habe ich in unseren bereits in Lörzweiler verteilten Broschüren zur Wahl dargelegt, was mir und der SPD für die Entwicklung des Ortes wichtig ist. Im Zentrum steht dabei, dass wir ein mittel- und langfristiges Konzept, einen Masterplan für die weitere Entwicklung unseres Ortes benötigen.

Einen Masterplan zeichnet aus, dass er nicht nur einzelne Fragen und Herausforderungen in den Blick nimmt, sondern einen ganzheitlichen Ansatz. Es sollte alles im Zusammenhang und über die Dauer von Ratsperioden hinaus betrachtet werden, eben im Sinne eines echten Dorfentwicklungskonzepts. Denn unsere finanziellen Mittel und unsere ehrenamtlichen Ressourcen sind begrenzt. "Erst grübeln, dann dübeln" muss unsere Devise sein.

Für mich und die SPD steht die innerörtliche Entwicklung im Mittelpunkt. Dazu zählen die Wiederbelebung des Markttreffs und der Ausbau altersgerechten und generationenübergreifenden Wohnraums. Wir wollen bei der Dorfentwicklung  besonders auch an die Versorgung von Kinder und Jugendliche denken.

Kurze Fußwege durch Lörzweiler, wie zb. Königstuhlstraße/ Apfelgasse, sind mir äußerst wichtig und müssen endlich realisiert werden.

Ein weiteres Anliegen wäre, mit unseren Nachbargemeinden eine bessere touristische Erschließung über Rad und Wanderwege zu erreichen.

Ein Masterplan muss auch aus unserer Sicht Fragen der energetischen Bauweise bzw. Sanierung von örtlicher Infrastruktur zum Gegenstand haben. Schon zu Zeiten von Ortsbürgermeister Kremer (SPD) wurde beispielsweise Zug um Zug die Straßenbeleuchtung von "herkömmlich" auf energie- und damit kostenschonend umgestellt. Mit Blick auf die neue Hohberghalle müssen die Vorgaben der Landesbauordnung in Kombination mit Förderkriterien greifen und eine energetische Bauweise sicherstellen.

Hinsichtlich des Fluglärms habe ich die Fragen der "Initiative gegen Fluglärm Rheinhessen" beantwortet (siehe hier).

Für viele der aufgeworfenen Fragen gilt es, konkrete Konzepte zu erarbeiten. Dabei ist mir vor allem wichtig, dass dies nicht von Wenigen im stillen Kämmerlein getan wird, sondern als Gesamtkonzept unter Beteiligung möglichst Vieler im Ort: den Ratsmitgliedern, den Vereinen, den Bürgerinnen und Bürgern.


Steffan Haub, CDU:

Ganz grundsätzlich darf ich Ihnen versichern, dass mir alle angesprochenen Themenkomplexe persönlich sehr am Herzen liegen und ich, insbesondere bei Umweltthemen auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken kann, sowohl praktisch als auch theoretisch. Ich denke das werden Sie von einem Unternehmer, der seit dem Jahr 2000 einen zertifizierten Biobetrieb bewirtschaftet auch nicht anders erwarten. Sie dürfen in mir einen Kandidaten sehen, der in der gelebten Umsetzung von ökologisch nachhaltigen Lösungen seit Jahren und unter der strengen Aufsicht verschiedener Bio-Kontrollstellen erfolgreich tätig ist. Mein Bioweingut habe ich mittlerweile an unseren Sohn verpachtet, in meiner Anstellung als Winemaker in einer Exportkellerei bin ich der verantwortliche Bio-Beauftragte.

Viele der von Ihnen dargestellten Fragestellungen können meiner Meinung nach nur gemeinsam angepackt werden; hier braucht es den Input aller in Lörzweiler politisch tätigen Kräfte. Patentlösungen fallen nicht vom Himmel, sie müssen erarbeitet und klug vorgedacht werden. Auch wird bei vielen Themen erst die Praxis zu den geeignetsten Lösungen führen. Bitte sehen Sie meine Stellungnahme als Denkansatz, jedoch noch nicht als finalisierte Planung für die Realisierung. Dieser Ansatz wird im Zuge der Umsetzung, insbesondere auch im Lichte der sich auch von anderen Seiten ergebenden Bedingungen angepasst werden.


Zu Frage 1. Ökologisch vertretbarer Tourismus

Seit 22 Jahren stehe ich nun dem Heimat- und Verkehrsverein Lörzweiler (HVV) vor und möchte diesen Punkt eigentlich mit einer Negativliste beantworten. Auf diese Liste gehört für mich:

- „Ballermannfahrten“ mit Rundfahrtwagen; laut, unmäßig und unvernünftig. Um das in Lörzweiler zu verhindern, bin ich seit 2017 bei Behörden und Ämtern sehr aktiv. Im Oktober 2018 habe ich mich bei der Kreisverwaltung Ingelheim bei einem von unserer Landrätin Dorothea Schäfer initiierten Gespräch mit dem Wirtschafts­ministerium und den Ordnungsbehörden ausführlich in einer Podiumsdiskussion dafür stark gemacht, Weinbergs Rundfahrten als Traditionsveranstaltungen weiter zu genehmigen, aber dabei auch ganz gezielt den Schutz von Anwohnern entlang solcher Strecken zu wahren.

- 2006 habe ich den Verlauf des Lörzweiler Rundwanderweges ausgearbeitet und dafür gesorgt, dass die Strecke beschildert und dauerhaft instandgesetzt bleibt. Diese Instandhaltung ist zeitaufwändig aber unverzichtbar, da die Strecke ohne Pflege schnell wegen mangelhafter Beschilderung nicht mehr auszumachen wäre. Jedes Jahr veranstaltet der HVV am Kerbe Sonntag auf dieser Strecke einen Weinwandertag mit dem ständigen Ziel, diese Strecke bei der Bevölkerung in Erinnerung zu halten. Lörzweiler auf seiner „Schokoladenseite“ zu Fuß zu umrunden – bestimmt ein gelungenes Beispiel für sanften Tourismus.

Ebenfalls beliebt sind unser Weinfest und der Zwiebelkuchenwandertag. Beide Veranstaltungen laufen unter der Regie des Lörzweiler HVV – auch hier spielen ökologische Grundüberlegungen in allen Themenbereichen eine große Rolle, da mir dies als Vorsitzender natürlich besonders am Herzen liegt.

 

Zu Frage 2. Vernetzung von Fahrradrouten

Lörzweiler ist mittlerweile mit allen Nachbargemeinden über separate Radwege verbunden, zu denen wir auch mit einer Landstraße verbunden sind. Das ist mit Sicherheit ein großer Verdienst unserer Kommunalpolitik der vergangenen Jahre/Jahrzehnte. Eine weitere Vernetzung ist, nachdem wir jetzt umseitig angebunden sind, die Angelegenheit der höheren Instanzen, z.B. der VG, des Kreises oder des Landes.

Gemeinsam mit dem Fahrradbeauftragten des Landkreises und mit anderen Stellen der Kreisverwaltung haben alle Verbandsgemeinden an der Etablierung des Alltagsradwegekonzepts des Landkreises mitgearbeitet, der im März 2018 verabschiedet wurde. In einer Veröffentlichung des Kreises wird eine neue Verbindung in der VG Bodenheim ausdrücklich und an erster Stelle genannt: „Landkreis Mainz-Bingen fördert den Ausbau des Radwegenetzes -15.03.2019- Das im März 2018 im Kreistag verabschiedete Radverkehrskonzept zeigt Wirkung. In diesen Tagen konnte die Kreisverwaltung erstmals Förderbescheide versenden. Das Konzept setzt seinen Schwerpunkt auf den Radverkehr im Alltag, also Radwege entlang von Kreis- und Landesstraßen und schnelle, direkte Verbindungen zwischen den Ortschaften. Bewilligt wurden Fördergelder für die Verbindungen von Bodenheim nach Gau-Bischofsheim, vom Schulzentrum Nieder-Olm…“ 

Hieran wollen wir weiter arbeiten. Wenngleich das Konzept für die Alltagsradwege derzeit nur die schnellsten Radwege-Anschlüsse an die Nachbarorte aufnimmt. Da dies seitens Lörzweiler bereits erfüllt ist, sollten wir uns der touristischen Nutzung von Fahrradwegen verstärkt annehmen. Dazu allerdings wird ein erheblicher finanzieller Aufwand nötig werden, um bspw. Feldwirtschaftswege in von der Ortsgemeinde Lörzweiler verantwortete, verkehrssicherungspflichtige Radwege überführen zu können. Eine sehr fortschrittliche Idee der VG Bodenheim zur Einrichtung zahlreicher, kostenloser E-Bike-Ladestationen an Gaststätten, öffentlichen Gebäuden und Straußwirtschaften wurde nicht nur im Bereich von Lörzweiler, sondern auch zwischenzeitlich von zahlreichen Verbandsgemeinden bis hin nach Stromberg sowie den Landkreisen Mainz-Bingen, Alzey-Worms, Bad Kreuznach und den Tourismusverbänden Rheinhessen und Rhein-Nahe übernommen. Ich werde mich in Falle meiner Wahl an der weiteren Verbreitung der E-Bike-Ladestationen (Rathaus Lörzweiler), der besseren Ausstattung und Ausschilderung von Radwegen innerhalb Lörzweilers in Zusammenarbeit mit dem Fahrradbeauftragten des Landkreises, allen Nachbarkollegen und der VG Bodenheim sehr aktiv einbringen.

Auch wäre es für mich ein primäres innerörtliches Ziel, die Fahrradtauglichkeit der Lörzweiler Hauptstraßen zu verbessern. Hier könnte man z.B. gemeinsam mit nötigen verkehrsberuhigenden Maßnahmen sinnvolle Fahrradlösungen erarbeiten und dem LBM vorstellen. Ich sehe insbesondere Sie als guten Ideengeber und würde mich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit freuen!

 

Zu Frage 3. Wanderwege (Siehe dazu auch Antwort auf Frage 1.)

Ein Ansatz genau in diese Richtung war der Rheinsteig, der 2014 ausgewiesen wurde. Die Anbindung von Lörzweiler mit einer Art „Stichroute“ ist ein Verdienst der damaligen Verwaltung, aber auch des HVV Lörzweiler, z.B. in ersten Sitzungen im Bodenheimer Rathaus und später, final bei der Einweihung der Route im April 2014 mit einem bewirtschafteten Rastpunkt am Königstuhl. Leider hat sich der Tourismus auf dieser Strecke bisher noch nicht in dem Maße entwickelt, wie man sich das erhofft hatte. Hier könnte man noch viel stärker, sowohl von der Gemeindeseite als auch von der Seite unserer Gastronomen, in die Werbung investieren. Gerade weil ich schon seit vielen Jahren mit diesem Thema sehr vertraut bin, würde ich mich als Bürgermeister dafür besonders stark machen.

 

Zu Frage 4. Fluglärm und andere Immissionen

Alles, was das Potential hat unsere Bürgerinnen und Bürger krank zu machen, muss man kritisch hinterfragen und nach geeigneten Lösungen suchen, um Gefahrenherde zu entschärfen. Erreicht z.B. der Fluglärm in Lörzweiler für unsere Bevölkerung kritische Werte, ist es wichtig, mittels der installierten Messstationen entsprechende Werte zu dokumentieren, damit man bei den verantwortlichen Stellen Beschwerden einlegen kann. Lörzweiler war eine vom Land RLP, dem Landkreis Mainz-Bingen und der VG Bodenheim finanziell stark unterstützte, gegen die Südumfliegung klagende Kommune. In erster Instanz wurde der Klage durch den hessischen Verwaltungs­gerichts­hof am 3. September 2013 stattgegeben; leider wurde diese Klage am 15. Februar 2019 nach Revision vom hess. VGH wiederum abgewiesen. Allerdings wurde die Revision zugelassen. Ob die Klagegemeinschaft aus Land, Kreis, VG und Ortsgemeinden zusammenstehen wird, ist noch ungeklärt. Dies soll allerdings noch vor der Kommunalwahl entschieden werden. Ich wäre dafür, hier noch eine Möglichkeit zu suchen, durch räumliche Staffelung und zeitliche Bündelung der Flugrouten sowie konsequente Einhaltung eines erweiterten Nachtflugverbots, Entlastungen von Fluglärm für Rheinhessen zu erreichen. Allerdings werden die Ortsgemeinde Lörzweiler und die VG Bodenheim dies nicht allein stemmen können. Auch hier wäre Ihre Unterstützung bei Kreis und Land sicher von großem Vorteil.

Feinstaub scheint mir in Lörzweiler entlang der Hauptstraße durchaus ein Thema zu sein. Insbesondere durch verkehrsbedingte Rückstaus entstehen vor einzelnen Grundstücken Belastungen, die sich negativ auf die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner auswirken können. Hier darf ich wiederum auf die Idee aus Punkt 2.) – die Verkehrsführung bzw. den Verkehrsfluss der Hauptstraße mit einem überarbeiteten Konzept zu verbessern – verweisen.

 

Zu Frage 5. rechtzeitige Bedarfsplanung

Die Bedarfsplanung der Kitaplätze erfolgt gemeinsam mit der VG und dem Kreisjugendamt auf Basis der in Lörzweiler gemeldeten Geburtenzahlen. Nur diese Zahlen werden von Seiten des Landes als Grundlage für eine Bedarfsplanung zugelassen. Wenn die Geburtenzahlen durch Zuzüge, wie wir sie erfreulicherweise in Baugebieten, aber auch im alten Ortskern immer wieder erleben, tatsächlich ansteigen, wird eine neue KiTa zu errichten sein, da unsere jetzige Kita mit 130 Plätzen nicht erweiterbar ist. Dazu kommt, dass die einjährigen Kinder bisher durch Tagesmütter in Lörzweiler betreut werden. Darüber sind wir sehr dankbar und hoffen, dass dies auch weiterhin so erfolgen kann. Aber natürlich müssen wir überlegen, für den Fall, dass hier Betreuungsplätze wegfallen sollten, in welcher Form die Ortsgemeinde als Träger dies übernehmen könnte. Hinzu kommt die neue Kita-Gesetzesnovelle, die u.a. neben Anspruch auf 7 Stunden durchgängigen Aufenthalt der Kinder in der Kita auch einen Anspruch auf ein Mittagessen vorsieht. Mir ist es hier wichtig, die gute Arbeit unserer 1. Beigeordneten, Ute Beye-Mundt, fortzusetzen und schnellstmöglich gemeinsam mit der Kita-Leitung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kita und natürlich den Eltern, vertreten durch den Elternausschuss, hierzu ins Gespräch zu kommen. Wir müssen klar erfassen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um allen Ansprüchen genügen zu können. Dies muss dann Eingang in die Budgetplanung der nächsten Jahre finden.

 

Zu Frage 6. Verpflegung in unseren Einrichtungen

Für die Verpflegung in der Betreuenden Grundschule ist, wie Sie sicher wissen, die Verbandsgemeinde als Träger zuständig. Ganz allgemein sind Kinder in der Gemeinschaftsverpflegung, wie in Kitas und in Schulen, einer für lebensmittelbedingte Erkrankungen besonders empfänglichen und von drastischen Auswirkungen betroffenen Risikogruppe zuzuordnen. Das derzeitige Essensangebot zu erweitern oder in Eigenregie zu übernehmen, müssten Sie mit dem Träger selbst besprechen, was Ihnen in Ihrer Funktion als gewähltes Mitglied des VG-Rates mit einem herausragenden und entscheidenden Mitspracherecht doch zukommt. Auch in dieser Hinsicht biete ich meine Unterstützung an!

Kita: Vorab möchte ich klarstellen, dass ich sicher bin, dass die Verpflegung, wie sie heute in der Kita Lörzweiler angeboten wird, eine gute Verpflegung darstellt. Auch wenn hier mit tiefgekühlten Komponenten gearbeitet wird, sind diese nicht weniger wertig als frisch zubereitete Lebensmittel. Natürlich bietet frisches Kochen die Möglichkeit, ein breiteres Spektrum an Lebensmittel, mit denen die Kinder vertraut gemacht werden können, einzusetzen. Auch können so schon die kleinsten Lörzweilerinnen und Lörzweiler in die Zubereitung anders eingebunden werden. Aber es ist auch klar, dass frisches Essen ganz andere Voraussetzungen an die Einrichtung einer Küche und auch an das Personal stellt. Hier müssen zuerst mit den zuständigen Behörden die räumlichen Möglichkeiten der KiTa begutachtet werden. Dies vor allem unter der Prämisse, dass nach der Gesetzesänderung alle 130 Kinder die Möglichkeit eines Mittagsessens erhalten sollen. Sollte dies ohne größere Auflagen möglich sein und auch die Eltern dies wünschen, ist dies durchaus vorstellbar.

 

Zu Frage 7. Arme Kinder

Wenn Sie mit „armen Kindern“ Kinder aus finanziell schwächeren Familien meinen, so bietet die Gemeinde hier bereits finanzielle Unterstützung an. Z.B. können die Essensbeiträge in der KiTa in diesen Fällen reduziert werden. Ebenso gibt es in den Schulen Zuschüsse für Klassenfahrten. Schulbücher können ebenfalls kostenfrei bezogen werden, wenn die entsprechenden finanziellen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Hierfür ist es allerdings notwendig, dass die Eltern dies auch beantragen. Ohne jeglichen zusätzlichen Antrag erhalten Eltern mit der Erteilung der Lernmittelfreiheit automatisch auch den verringerten Gebührensatz in der Betreuenden Grundschule durch die VG eingeräumt.

 

Zum Essen: Zu Frage 8. Dorfladen

Auch in dieser Angelegenheit waren wir schon sehr aktiv und standen kurz vor einer Lösung. Leider hat uns ein ortsansässiger Gewerbetreibender aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dann doch kurzfristig absagen müssen. Wie hinreichend bekannt, sind die 300 qm Ladenfläche grundsätzlich zu wenig, um für einen Lebensmittelladen lukrativ zu sein, wie seitens der CAP-Märkte mehrfach, auch unter Einschaltung der Kreisbeigeordneten Hartmann-Graham, bescheinigt wurde. Auch bei einer genossenschaftlichen Lösung klemmt es an immer demselben Punkt: Wer übernimmt den Job des „Managers“, wer ist verantwortlich für die zeitaufwändige Arbeit der Kalkulation, Bestellung und Bestandsführung (Stichwort MHD)? Aushilfskräften alleine ist diese Verantwortung nicht zuzumuten, hier braucht es eine Hauptperson. Es gibt keine Patentlösung - wir müssen gemeinsam am Thema bleiben und hoffen, eine/n solche/n Verantwortliche/n zu finden. Z.B. auch mit noch mehr öffentlicher Ausschreibung.

 

Zu Frage 9. Wohnen im Alter

Durch Anfragen aus der Bevölkerung ist ein zunehmender Bedarf an kleinen bis mittelgroßen, seniorengerechten Wohnungen deutlich geworden. Viele ältere Mitbürger/innen, deren Kinder aus dem Haus sind und die allein oder zu zweit ein großes Haus mit Garten bewohnen, würden gerne in Lörzweiler bleiben, aber in eine kleinere Wohnung umziehen, die seniorengerecht ausgestattet ist und je nach Bedarf auch Services wie Reinigen, Wäschedienst, Mittagessen etc. bietet.

Ich werde daran arbeiten, solche Wohnprojekte – idealerweise zentral im Ort – umzusetzen. Genossenschaftliche Finanzierungsmodelle haben sich dabei in vielen Städten und ländlichen Gemeinden bewährt. Ich werde mir Beispiele ansehen und prüfen, welche Konzepte für Lörzweiler sinnvoll und realisierbar sind.

 

Zu Frage 10.

Grundsätzlich bin ich der Idee, unsere Gemeinde aus selbst erzeugtem Strom zu versorgen, gegenüber sehr aufgeschlossen. Ich möchte mich zu diesem Gedanken gerne umfassend informieren, um dann abwägen zu können, ob und welche maßgeschneiderte Lösung für unser Lörzweiler auch wirtschaftlich ein Erfolg werden könnte. Die Übernahme der Selbsterzeugung des Stroms im Rathaus mithilfe eines Blockheizkraftwerks unterstütze ich nachhaltig und werde mich auch für weitere Stromselbstherstellung, speziell für den Eigenverbrauch, nachdrücklich einsetzen. Von der Idee, bspw. Elektroautos mit eigenem Strom zu laden, bin ich sehr angetan und werde dies den Lörzweiler Bürgerinnen und Bürgern in eigenen Aktionsveranstaltungen, auch mit Unterstützung des Klimaschutzmanagers der VG, ans Herz legen.

 

Zu Frage 11. Neubau einer Mehrzweckhalle

Bei den Planungen zum Neubau der Mehrzweckhalle spielen die Aspekte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine große Rolle. Das mit der Planung beauftragte Unternehmen (DORSCH International Consultants, Wiesbaden) hat viel Erfahrung mit den heutigen Anforderungen auf diesem Gebiet. Bei allen Gesprächen ist der Klimaschutzmanager der VG Bodenheim involviert. Ohne den Entscheidungen des interfraktionellen Planungsteams und des Gemeinderats vorgreifen zu wollen, hier einige Maßnahmen, die im Gespräch sind:

  • Wärmedämmung nach neuesten Standards,
  • Dachbegrünung zur Regenwasserrückhaltung,
  • Wärmeversorgung evtl. mit Eisspeicherheizung oder Kraft-/Wärmekopplung,
  • Photovoltaik oder Solarthermie je nach technischer Möglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Ich hoffe, mit den Ausführungen meiner Denkansätze Ihr Interesse an einer möglichen Amtsführung durch meine Person geweckt zu haben und verspreche Ihnen schon jetzt, wie natürlich dem gesamten Ortsgemeinderat, Sie unmittelbarer an den Entscheidungsfindungen zu beteiligen.


 

Sabine Gauly-Störing, FWG:

Zu Frage 1:

Aus meiner Sicht ist hier das A und O unsere Mitmenschen bei jedweder Gelegenheit mit Transparenz und ansprechender Information Alternativen aufzuzeigen. Das Bewusstsein muss hier erst einmal Unterschiede erkennen können und erlernen. Wie überall ist es am lehrreichsten und am wirkungsvollsten mit gutem Beispiel als Gemeinde voran zu gehen. Hierzu zählt zum Beispiel das Angebot hier vor Ort, sprich eine Optimierung des Angebotes für Gäste bei uns, im Rahmen ökologisch vertretbarer Lösungen (Bed & Breakfast, Lunchboxen bei bestehenden Betrieben, vorhandene „Brotzeitflecken“ instand setzen und auch attraktiv erhalten).

 

Zu Frage 2:

Im Rahmen der Tätigkeit die das Amt des Bürgermeisters umfasst, gibt es auch die Einrichtung des sogenannten Bürgermeisterdienstgespräches. In dieser Runde sitzen die Bürgermeister der Region an einem Tisch und dort werden aktiv übergreifende Probleme auf den Tisch gebracht und bearbeitet. Dies wird für mich ein intensiv vorzubereitendes Treffen werden, welches zur Problemlösung, über Schaffung neuer Radwege hinaus, ein hilfreiches Instrument ist.

 

Zu Frage 3:

Mir ist es ein Anliegen, die „Marke“ Lörzweiler voran zu treiben. Das ist mit Merchandising-Artikeln natürlich nicht alleine zu bewältigen. Neben der Anpassung an gängige Bedingungen ist die Modifizierung der Homepage ebenso überfällig, wie auch die Bedienung der sozialen Netzwerke. Neben den obigen Ideen (Bed & Breakfast, Lunchboxen, Anlaufstellen für Brotzeiten) ist auch unser Spiel- und Freizeitgelände zum Rasten geeignet. Ich werde mit unseren Gastronomen anstreben, für E-Bikes Ladestationen anzubieten, was natürlich voraussetzt, dass es Wohlfühlstellen und anreiserentable Ecken zu bieten hat. Soweit wir mit Übernachtungen noch nicht mehr als derzeit aufwarten können, möchte ich mit Übernachtungsmöglichkeiten in den Nachbarorten eine Kooperation eingehen. Kontakte hierzu sind bereits geknüpft. Ein ganztägiges Gastronimieangebot ist schwierig zu stemmen, denn ist davon auszugehen, dass ein Durchgangstourismus, wie es in Bodenheim oder auch Oppenheim gängig ist, hier nicht zu bewerkstelligen sein wird. Deshalb ist es wichtig, zum Beispiel mit einer Lörzweiler Lunchbox hier zumindest ein kleines Gastroerlebnis bieten zu können. Dies könnte durch Landwirte oder aber auch einzelne Stationen nach Absprache leistbar sein. Der Lörzweiler Hohberg wurde in den vergangenen fünf Jahren immer wieder durch kleinere Zukäufe erweitert. Eine Optimierung der Wege, wie auch des „Hexentreppchens“, stehen an.

 

Zu Frage 4:

Da gerade erst wieder das aktuelle Klageverfahren abgelehnt wurde, bin ich hier etwas in Not, mit entsprechendem Schutz aufwarten zu können. Dass es nicht ausreicht selbst das Fliegen auf das Nötigste zu reduzieren, muss hier kaum erwähnt werden. Wichtig ist mir, die Fluglärmbeschwerde fortzuführen und zwar auf kommunaler, wie auch auf privater Ebene. Hier ist es hilfreich, auch immer wieder zu motivieren, des Beschwerens nicht müde zu werden. Beim Thema Fluglärm mehrt sich immer häufiger der Einwand, dass der Straßenverkehr viel schlimmer und gefährlicher sei. Seit 5 Jahren legen wir beim LBM und der Verbandsgemeinde unsere Forderungsliste zur Verkehrsberuhigung in Lörzweiler vor. Permanent auf der Liste sind: Personenübergänge zur Sicherung der Fußwege für Alt und Jung, 2-4 mehr Bushaltestellen (Verkehrsbetriebe), 30er-Zone im Ort, 70er-Schilder in vor den Ortsteinfahrten und die Antwort ist bei nahezu allen Positionen: es ist nicht erforderlich. Durch einen tatsächlich realisierten Personenübergang und sogenannten „Verkehrssmileys“ konnten wir eine kleine Erleichterung herbeiführen. Auch eine 5 Jahre geforderte 30er-Zone – zumindest jetzt im Teilbereich Bäcker bis Kirche – konnte genehmigt werden. Eine Umgehungsstraße halte ich für unentbehrlich und muss meines Erachtens dringend vorangetrieben werden.

 

Zu Frage 5:

Diese Frage liest sich so, als ob wir als Kommune einfach mit dem Angang eines Neubaugebietes auch parallel sofort ein entsprechendes Platzangebot an KiTa und Schule mit angehen können. Dies entspricht leider nicht der Realität. Aber natürlich kann das eine ohne das andere nicht einhergehen. Ebenso wie die Sicherung ausreichender öffentlicher Verkehrsmittel, Spielplätze und auch Schaffung der erforderlichen Zeiten, zum Beispiel auch Sprechzeiten, ausreichend Mitarbeiter der Gemeinde, usw. Wer nur Neubaugebiet plant, hängt die Wäsche ohne Klammern auf.

 

Zu Frage 6:

In Lörzweiler sind wir Träger der KiTa, die Schule obliegt der Verbandsgemeinde. Die Sicherung von qualitativ hochwertiger Ernährung muss genauso gewährleistet sein, wie die ausgewogene Verteilung der Beschäftigung, Spiel, Kreativität, Erziehung. Diese Frage ist – mit Verlaub – für mich nicht zeitgemäß. Wenn eine Gemeinde anfängt, daran zu sparen, dann entzögen wir wissentlich die Basis für gesunde Kinder.

 

Zu Frage 7:

Indem ein ärmeres Kind ohne großes Aufsehen integriert und unterstützt wird, wie jedes andere Kind auch und Lernhilfen und finanzielle Entlastung gewährleistet sind. Das ist in der Sozialgemeinschaft das Mindeste.

 

Zu Frage 8:

Von dem Zeitpunkt an, an dem wir erfuhren, dass unser Pächter den Markttreff aufgeben würde, nahmen wir zeitgleich Bemühung auf, den Markttreff neu zu beleben. Die Pächtersuche gestaltet sich schwer, da die Räumlichkeit zu klein ist, um eine Familie vom Umsatz bei normalem Lebensmittelangebot, zu ernähren. Möglichkeiten über Fremdbetreiber unsere Einkaufsmöglichkeit noch zu beleben, scheiterten ebenfalls an der Größe. Gleichfalls lehnte unser örtlicher Bäcker mangels Parkplätzen die Anmietung ab und umliegender Einzelhandel liebäugelte mit einem von mir vorgeschlagenen Modell, quasi eines „Modellgeschäftes“ für Auszubildende im dritten Lehrjahr. Aber auch diese Idee wurde als nicht realisierbar letztlich abgelehnt. Aktuell prüfe ich mit der Integrationsbeauftragten der Verbandsgemeinde Bodenheim und unserem Integrationsbeauftragten in Lörzweiler, ob eventuell eine Realisierung der Wiederbelebung im Rahmen eines Programms mit unseren Flüchtlingsfrauen möglich ist. Hier wäre obendrein die Möglichkeit auch Berufsausbildung anbieten zu können. Hier gibt es aber selbsterklärend mehr zu klären, als bei einer normalen Verpachtung. Ebenfalls ist die Möglichkeit durch eine Art Genossenschaft derzeit auf dem Prüfstand, hier stehen Informationen seitens der Verbandsgemeinde aus.

 

Ziel ist auf jeden Fall den Markttreff wieder zu aktivieren, auch wenn die Art der Belebung noch offen ist. Denkbar sind auch Alternativen, die durch Bürger getragen werden, hierzu benötigen wir allerdings auch Input von diesen. Deshalb strebe ich nach Erörterung im entsprechenden Ausschuss da einen offenen Umgang im Bürgerdialog an.

 

Zu Frage 9:

Anfangs meiner Dienstzeit als Beigeordnete der Ortsgemeinde Lörzweiler war meine Vision: der katholischen Kirche den „Hartplatz“ des FC-Geländes zu einem vernünftigen Preis abkaufen (Dienheim erstand seinen Platz für 1 Euro), aus diesem ein Neubaugebiet generieren und oberhalb der Malteserhalle einen Kunstrasenplatz und eine Sport- und Gemeindehalle zu bauen. An diese sollte ein neuer Kindergarten so angedockt werden, dass bei größer werdenden Bedarf mehr Hallennebenräume zur Verfügung gestellt werden können und bei Rückgang des Bedarfes die Räume wieder den Hallenzielen zugeführt würden. Dies fand aus mehreren Gründen keinen Anklang – erst Jahre später fand diese Idee Gehör, als bereits die Containerlösung der KiTa durch den Anbau entschieden und der Kunstrasenplatz gebaut war. So war dies leider dann nicht mehr realisierbar.

 

Aber deshalb bleibt man ja am Ball... Mein Ziel ist es, dass ein generationsübergreifendes Leben zum selbstverständlichen Alltag wird. Denkbar sind hier mehrere Möglichkeiten. Zum einen der zugekaufte Kern-Hof in der Königstuhlstraße, der hier wunderbar zentral sich für barrierefreies Wohnen anbietet. Hier können kleinere Wohneinheiten realisiert werden, ebenso wie im alten Vorschulkindergarten in der Schloßstraße. Wenn es mehrere kleine dezentrale Wohnhäuser für barrierefreies Wohnen gibt, kann eine zentral vermittelte Betreuung durch einen guten Sozialdienst für Alle engagiert werden. Gleiches gilt für Dienstleistungen, die mit eingeschränkter Mobilität zur unlösbaren Aufgabe werden. Unentbehrlich geht hiermit auch ein entsprechendes Lebensangebot für alle Generationen einher. Kulturelle Aufwertung durch entsprechende Veranstaltungen und auch generationsübergreifende Versorgung dieser Wohneinheiten stünden an.

 

Ein Haus für Kinder und Senioren, warum nicht? Wobei bei uns ja alles so eng zusammen liegt, dass es ja jetzt schon ein gutes Miteinander gibt. Allerdings sind meine Vorstellung von Seniorenarbeit auch mit dem Fokus darauf, wie können wir die ältere Generation auch noch aktiv mitnehmen. Deshalb biete ich neben einer Jugendsprechstunde auch eine Seniorensprechstunde an. Die Senioren werden immer aktiver und auch zurecht fordernder in Bezug auf Lebensqualität und dem muss Sorge getragen werden.

 

Gemeinsame Veranstaltungen, Boule-Treffen (altersübergreifend), Lese-Abende, etc., dem Ideenreichtum ist hier kaum eine Grenze gesetzt. Bereits jetzt treffen sich Senioren samstags weiterhin – wie zu Markttreffzeiten – im Mehrgenrationsraum und versorgen sich selbst, damit sie eben dieses Zusammenkommen weiter behalten können. Ein Treffpunkt auf für andere Tage fehlt vollends, hier muss etwas geschehen und damit setzte ich mich aktiv auseinander. Hier geht es nicht nur um Alte und Junge, hier geht’s um alle, auch um die, die Lörzweiler nur in den eigenen vier Wänden kennen.

 

Zu Frage 10:

Es tut mir leid, aber mit diesem Thema habe ich mich noch nicht ausreichend auseinandergesetzt. Mir ist es jedoch ein großes Anliegen auch bei der energetischen Neubestückung der Hohberghalle den Klimaschutz und umweltbewusste Entscheidungen als Überschrift auf dem Vorhaben stehen zu haben. Eine komplette Selbstversorgung ist meines Erachtens erstrebenswert, wenn eben auch hier dem Umstand Sorge getragen wird, dass wir nicht nur für die nächsten 15 Jahre bauen.

 

Zu Frage 11:

Hier bitte ich die vorige Antwort mit in Betracht zu ziehen. Bereits in den nun zurückliegenden Planungsgesprächen ging immer der Tenor klar an die Planer: bei diesem Anliegen über den Tellerrand unseres Wissens und unserer Generation hinaus zu schauen und nichts anderes werde auch ich verfolgen.


Stammtisch-Termine

Unsere nächster Stammtisch findet am 11.06.2019 um 19:30 Uhr in der Lörzweiler Woistubb statt – besucht uns doch und diskutiert mit, wir freuen uns auf euch!

Neben einem lockeren Austausch dürften auch die Kommunal- und Europawahlen ein Thema sein.

Unsere Broschüre zur Kommunalwahl

Hier können Sie die PDF herunterladen