Interview mit den Spitzenkandidat*innen Heidi Veit-Gönner und Jens Richterich
Bodenheim, 02.04.2024
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN tritt am 9. Juni erstmals zur Kommunalwahl in der Ortsgemeinde Bodenheim an. Spitzenkandidierende sind Heidi Veit-Gönner und Jens Richterich. Sie sprachen im Interview mit Lokal Journal über ihre Motivation, über ihre wichtigsten Zielsetzungen und konkrete Pläne für die künftige kommunale Arbeit.


PRESSE: Welche persönliche Motivation steckt hinter Ihrem Engagement für die Kommunalpolitik in Bodenheim?
HEIDI VEIT-GÖNNER: Mein Herz schlägt sozial und grün, und ich arbeite schon seit fünf Jahren im Ortsgemeinderat mit. Bisher sehr gern und sehr motiviert für eine andere Fraktion. Die Grünen waren bei der letzten Wahl noch nicht angetreten. Meine Vision ist es, dass alle Fraktionen zusammenarbeiten, um das Beste für Bodenheim zu erreichen. Mit der absoluten Mehrheit hier im Ort war das nicht möglich. Diese Situation wird sich durch den Einzug unserer grünen Fraktion ändern.
JENS RICHTERICH: Stimmt, die absolute Mehrheit führte hier in den letzten Jahren dazu, dass wichtige Themen vernachlässigt oder unzureichend behandelt wurden. Die Grünen stehen hier in Bodenheim für neue, soziale und ökologische Impulse ein. Der Status des „immer weiter so“ kann in Zeiten der Klimakrise nicht einfach akzeptiert werden. Bodenheim steht an einem Wendepunkt und verdient eine neue Ausrichtung.
PRESSE: Welche sind Ihre wichtigsten Ziele für die nächste Wahlperiode? Und welche konkreten Maßnahmen haben Sie geplant?
JENS RICHTERICH: Wir können es uns in der aktuellen Lage nicht mehr erlauben, große Flächen für immer mehr Hallenbauten zu nutzen. Sie schaffen weder viele Arbeitsplätze noch generieren sie bedeutende Einnahmen für die Gemeinde. Die weitere Versiegelung von Flächen muss daher deutlich eingeschränkt werden. Gleichzeitig ist es natürlich unabdingbar, die Förderung lokaler Unternehmen zu unterstützen. Wir setzen uns außerdem für ein starkes Gemeinschaftsgefühl ein. Es umfasst neben sozialem Zusammenhalt auch die Teilhabe an den Beschlüssen des Gemeinderats durch eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Wichtige Anliegen sind auch die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau von Radwegen und die Reduzierung des Individualverkehrs. Damit vor allem unsere Kinder hier in Bodenheim sicher unterwegs sein können – aktuell ist das leider nicht der Fall.
PRESSE: Wie sieht Ihre Vision für ein „Bodenheim der Zukunft“ aus?
HEIDI VEIT-GÖNNER: Ich stelle mir einen lebendigen Ortskern vor als gemeinsamen, sozialen und kulturellen Lebensraum für alle. Im Fokus stehen die Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen, von Alt und Jung, von Menschen jeder Herkunft, aber auch die der ortsansässigen Gewerbe- und Gastronomiebetriebe. Dazu haben wir in unserem Wahlprogramm übrigens schon viele konkrete Ideen entworfen.
JENS RICHTERICH: Meine Vision ist ein ganzheitliches Ortsentwicklungskonzept für Bodenheim, im dem soziale, ökologische, verkehrstechnische und digitale Gesichtspunkte zum Nutzen aller vereint sind. Dazu müssen die Fraktionen im Gemeinderat im Sinne der Bürgerinnen und Bürger miteinander arbeiten und gemeinsame Ziele entwickeln. Jede Partei wird ihre Schwerpunkte setzen, aber die Diskussion darüber muss auf Augenhöhe erfolgen. Das Gegeneinander muss aufhören, es ist nicht zielführend.
PRESSE: Haben Sie noch eine persönliche Botschaft für unsere Leserinnen und Leser?
HEIDI VEIT-GÖNNER: Wir appellieren an die Leserinnen und Leser, am 9. Juni unbedingt wählen zu gehen, zur Kommunalwahl und auch zur Europawahl. Jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme gegen die Demokratie.
JENS RICHTERICH: Hier noch unsere Botschaft für die Bodenheimer: Wir sind die Neuen im Rat und wir bringen ein ganzes Paket großartiger Ideen mit. Lassen Sie uns das Bodenheim von morgen gemeinsam gestalten: vielfältig, ökologisch und sozial.



