„So setzen Sie Ihren Rasenmäh-Roboter tierfreundlich ein“ – Umwelt- und Artenschutzbeauftragter Torsten Jäger zu Gefahren für Igel und andere Gartenbewohner
Bodenheim, 10.01.25
Bodenheim – Seit Juni 2024 ist Torsten Jäger Umwelt- und Artenschutzbeauftragter der Gemeinde Bodenheim. In dieser Funktion berät er die Gemeinde und private Gartenbesitzer über die nachhaltige, umweltfreundliche und tierschützende Pflege von Gärten und Grünflächen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich seitdem an Jäger gewandt, um praktische Tipps für die Pflege ihrer Gärten in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels zu erhalten. Sehr oft werde er aber auch nach dem richtigen Einsatz der so genannten privaten Mähroboter gefragt, die auch in Bodenheim zunehmend gesichtet würden, so der Umweltbeauftragte gegenüber unserer Zeitung.
Jäger führt aus: „Viele Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen, dass private Mähroboter eine große Gefahr für Igel und andere kleine Gartenbewohner darstellen könnten. Und sie haben tatsächlich Recht. Oft wird sogar die Frage an mich herangetragen, ob Mähroboter deswegen nicht grundsätzlich verboten werden sollten.“ Jäger möchte die Bevölkerung daher rechtzeitig vor der kommenden Mäh-Saison über die Gefahren aufklären, die von Mährobotern ausgehen können, und Tipps zur Vermeidung geben.
„Die Gemeinde wird den Einsatz von Rasenmäh-Robotern natürlich nicht verbieten,“ so der Umweltbeauftragte weiter. „Vielen Gartenbesitzern ist die Gefahr, die von diesen Helfern ausgeht, aber gar nicht bewusst. Darum möchte ich sie rechtzeitig über den richtigen Einsatz des Werkzeugs informieren. Insbesondere der nächtliche Einsatz des Roboters wird von manchen bevorzugt, wahrscheinlich, damit tagsüber Ruhe im Garten herrscht. Aber gerade nachts sind viele „unsichtbare“ Tiere im Garten unterwegs, die dem Roboter mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind.“ Allen voran sei dies natürlich der Igel, der bei Gefahr nicht wegläuft, sondern in Angst erstarrt. Aber auch nachtaktive Kröten und andere kleine Lebewesen hätten gegen den Mähroboter keine Überlebenschance. Jäger dazu: „Die verletzten Tiere schleppen sich mit letzter Kraft in ein Versteck, in dem sie elend zugrunde gehen. Gartenbesitzer haben von diesen nächtlichen Dramen dann keinerlei Kenntnis.“
Jäger appelliert daher an alle Besitzer von Mährobotern, diese, wenn überhaupt, nur tagsüber und möglichst unter Aufsicht zu betätigen: „Ich weiß, die Hersteller werben mit Unbedenklichkeit. Aber die Fotos des Tierheims Mainz sprechen eine ganz andere Sprache.“
Um zu verdeutlichen, welche lebensgefährlichen Verletzungen Igel bei der Begegnung mit Rasenmäh-Robotern davontragen können, veröffentlichen wir zu diesem Artikel entsprechende Fotos des Tierheims in Mainz, das sich um die verletzten Tiere kümmert – wenn sie denn rechtzeitig gefunden werden.



