Käfer-Keller und Igelschutz – Dollespark in Bodenheim wird zur grünen Oase umgestaltet
Bodenheim, 18.01.25
Bodenheim – Bodenheims Umweltbeigeordnete Heidi Veit-Gönner hatte ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger aufgerufen, an der naturnahen Umgestaltung des Dollesparks mitzuwirken, und viele waren an diesem eisigen Samstagmorgen ihrer Aufforderung gefolgt. Ziel der Beigeordneten und des Beauftragten für Umwelt- und Artenschutz, Torsten Jäger, ist es, den Park zu einem noch attraktiveren Aufenthaltsort für Jung und Alt, aber auch für Igel, Bienen, Vögel, Fledermäuse, Käfer und Insekten weiterzuentwickeln. Den Anfang machte jetzt der Bau eines so genannten „Käfer-Kellers“ für Insekten sowie ein Schutzraum für Igel und andere kleine Bewohner des Parks. Beide Räume werden miteinander verbunden, so dass die Igel ihre Mahlzeiten in Zukunft direkt „vor ihrer Haustür“ finden.
Zeitweise rund 15 Personen trafen sich auf dem Gelände, ausgerüstet mit Schaufeln, Hacken und Motorsägen, um den Totholzbereich hinter dem neuen Spielplatz für Käfer, Insekten und Kleintiere vorzubereiten. Mit dabei waren unter anderem Mitglieder der Naturschutzgruppe Bodenheim, aber auch einige andere, die sich gern für den Umwelt- und Artenschutz einsetzen. Die 15-jährige Julia Gruber zum Beispiel beteiligte sich tatkräftig zusammen mit ihrer Mutter Sarah am Verfüllen der vorher ausgehobenen Grube für den Käfer-Keller mit Stämmen und Ästen. „Ich mache hier gern mit, weil ich mich für die Natur interessiere, mich für den Naturschutz engagiere und später gern Försterin werden möchte,“ berichte Julia und griff sich den nächsten schweren Stamm, um ihn in der Grube zu platzieren. Karsten Biennek und Enrique Pardal aus Bodenheim finden es beide grundsätzlich wichtig, sich für die Gemeinde einzusetzen. Biennek ergänzte, dass er sich in seiner Freizeit immer schon sehr gern in Projekten zum Schutz der Umwelt engagiert hat. Beide haben auch ihre eigenen Gärten artenschutzgerecht gestaltet. Gerhard Fiedler, ebenfalls aus Bodenheim, liebt einfach die Arbeit in der Natur: „Das hält mich fit und ich mache hier etwas wirklich Sinnvolles.“
Käfer-Keller und Igelschutzraum sind wertvolle Elemente für naturnahe Gärten und Parks. Torsten Jäger führt aus: „Beides bietet Insekten und Kleintieren wertvollen Lebensraum. Und zum Käfer-Keller: Nach dem Aushub wird die Grube locker verfüllt mit dicken Stämmen – teils liegend, teils stehend. Hinzu kommen dünnere Äste und Holzhackschnitzel, mit dem die Zwischenräume verfüllt werden. Einzelne Stämme ragen aus dem Käferkeller und bieten so verschiedenen Käfer- und Insektenarten einen Lebensraum. Jäger weiter: „Der Platz ist ideal, der Käfer-Keller bleibt feucht und bietet so beste Lebensbedingungen. Das Totholz speichert Wasser auch in trockenen Sommern.“
Und so geht es weiter, wie Heidi Veit-Gönner ergänzt: „In Zeiten zunehmender Hitzeentwicklung sind wir immer mehr auf schattenspendende, begrünte Orte angewiesen. Jung und Alt sollen sich gleichermaßen gern hier aufhalten.“ Das Konzept der Umweltbeigeordneten und des Umwelt- und Artenschutzbeauftragten beinhaltet viele Maßnahmen, die den Park zu einer echten grünen Oase aufblühen lassen. „In Zusammenarbeit mit der Naturschutzgruppe und dem örtlichen Bauhof sorgen wir für heimische, klimaresistente Bepflanzung, wir setzen eine Kräuterspirale und bringen Fledermauskästen und Nistmöglichkeiten für Vögel an. Hinzu kommen auch ein Magerbeet mit Bepflanzung, eine Trockenmauer und ein Wildrosenpfad. Dazu stellen wir viele schattige Sitzmöglichkeiten auf. Und das Schönste daran ist, dass wir es mit viel ehrenamtlichem Einsatz, der Unterstützung der Gemeinde und überschaubarem finanziellen Einsatz bewerkstelligen.“
Offiziell wird der neu gestaltete Park am 10. Mai mit einem Bürgerfest eingeweiht. Veit-Gönner lädt die Bodenheimerinnen und Bodenheimer jetzt schon dazu ein: „Sie können sich auf eine grüne Oase freuen, auf Musik, Kunst, Kultur und natürlich ein Glas Bodenheimer Wein. Und natürlich freuen wir uns über alle, die bis dahin bei den nächsten Pflanzaktionen helfen. Infos gibt es rechtzeitig.“



