Am Sonntag, den 21. Juni 2026 ab 14 Uhr, laden wir alle Bodenheimerinnen und Bodenheimer herzlich ein, gemeinsam mit uns einen entspannten Nachmittag im grünen Dollespark zu verbringen. Ob bei Kaffee und Kuchen, einem kühlen Getränk oder einfach bei netten Gesprächen unter freiem Himmel – das Café Grün soll wieder ein Ort der Begegnung für alle Generationen werden.
Das Café Grün der vergangenen Jahre war geprägt von zahlreichen Besuchern, die miteinander ins Gespräch kamen, diskutieren, lachten und die Atmosphäre genossen.
Man könnte schon fast sagen: Das Original geht weiter ;-).
Freut euch auf:
- leckeren Kaffee und selbstgebackenen Kuchen
- herzhafte Kleinigkeiten und kühle Getränke
- eine Hüpfburg für jung und alt
- Zeit zum Austauschen, Kennenlernen und Verweilen
- eine entspannte sommerliche Atmosphäre im Grünen
Bringt gern eure Familien und Freunde mit – alle sind willkommen!
📍 Wann: Sonntag, 21. Juni 2026
📍 Wo: Dolles-Park Bodenheim
🕑 Beginn: ab 14 Uhr
Wir freuen uns auf einen schönen gemeinsamen Sommertag mit euch!
Die erste Kidical Mass in Bodenheim – Fahrraddemo für und mit Kindern und Jugendlichen
In diesem Jahr veranstaltet der ADFC Mainz-Bingen e.V. mit Unterstützung des Ortsverbands Bodenheim von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und des BUND Mainz-Bingen eine Kidical Mass in Bodenheim. Wir sorgen uns um die Fahrradmobilität von Menschen jeden Alters, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
„Gut nutzbare Fahrradwege sind für ganz unterschiedliche Menschen sehr, sehr wichtig. Kinder können sich ab einem gewissen Alter mit dem Fahrrad auch einmal ohne Eltern auf ihren Weg machen und so selbstständig werden. Familien erledigen ihre Einkäufe mit dem Lastenrad oder erreichen so die Märkte im Unterfeld. Und nicht wenige ältere Menschen, die das Autofahren aufgeben, würden sich über Wege, die sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad gefahrenfrei nutzen können, sehr freuen. Und nicht zuletzt gibt es auch in Bodenheim erstaunlich viele Menschen, die als Berufspendler den täglichen Weg zur Arbeit etwa in Mainz mit dem Rad zurücklegen.“ (Andreas Frings, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bodenheim)
In Bodenheim sind einige neue Bauprojekte geplant, die momentan stark genutzte Radver-bindungen betreffen:
- Der Wirtschaftsweg Eichweg-Nord entlang des Vitanum wird mit dem Bauprojekt Eichweg-Nord in eine Autostraße als Zufahrt mit parallel verlaufender Rad-/Fußgängerwegführung umgewandelt. Die Rad-/Fußwegführung endet vor der Ausfahrt der geplanten Tiefgarage. Konflikte sind vorprogrammiert.
- Der für die Umfahrung von Bürgel-3 (Erweiterung des ic-Hauses plus weiteres Gewerbe) geplante Radweg leitet unmittelbar auf die Lange Ruthe. Radfahrende bekommen hier keine Möglichkeit angeboten, sich einigermaßen sicher auf die Straße einzufädeln.
„Die genannten Wege werden von vielen Kindern und Jugendlichen als Schulweg genutzt und weitgehend selbständig befahren. Zudem werden sie auch von Familien genutzt, um die Kitas und das Gewerbegebiet Lange Ruthe zu erreichen. Eine sichere und attraktive Radverbindung vom Ortskern zum Bodenheimer Polder muss bestehen bleiben.“ (Clemens Langhans, stellvertretender Vorsitzender ADFC Mainz-Bingen e.V.)
Auch an anderen Stellen sehen wir erhebliches Verbesserungspotenzial:
- Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der auf der Fahrbahn parkenden Autos fühlen sich selbst erwachsene Radfahrende auf den Hauptstraßen im Ort nicht sicher.
- Der Weg, der vom Ende der Gutenbergstraße ins Feld führt, ist wegen der Umlauf-gitter („Drängelgitter“) für Fahrradfahrende, vor allem für Lastenräder oder Fahrräder mit Kinderanhänger, trotz Wegerecht der Ortsgemeinde nicht nutzbar.
- Die inzwischen gebaute Radwegverlängerung vom Amiche/Gau-Bischofsheim her endet auf Höhe Rantulfstraße/Spatzenmühle unvermittelt vor der Ortsrandstraße mit recht schnell fahrenden Autos an einer nicht gut einsehbaren Stelle.
„Aus ökologischer Sicht ist klar: Das Fahrrad muss konsequent mitgeplant werden. Nur wenn wir sichere Radwege erhalten und ausbauen, machen wir umweltfreundliche Mobilität zur einfachen Wahl im Alltag.“ (Karen Richterich, BUND Mainz-Bingen)
Ziel der angemeldeten Fahrraddemo ist es, die Entscheidungsträger*innen der Ortsgemeinde auf die Bedürfnisse der schwächsten Verkehrsteilnehmenden aufmerksam zu machen.
„Die muss Politik eindeutig die verkehrspolitischen und verkehrsraumpolitischen Rahmenbedingungen ändern und zwar schnell. Es geht um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sowie um die Verkehrswende hin zu mehr lebenswertem Raum in den Kommunen.“ (Amelie Dörres, stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecherin des ADFC Mainz-Bingen e.V. )
Die Kidical Mass findet statt am:
Sonntag den 19. April 2026 um
15:00 Uhr
Startpunkt: Wertstoffhof Bodenheim
Wir freuen uns auf eine bunte und lautstarke Demo. Für Fragen steht Ihnen Clemens Langhans, stellv. Vorsitzender ADFC Mainz-Bingen e. V. und zertifizierter Tourguide ADFC gerne zur Verfügung, clemens.langhans@adfc-mainz.de, Telefon: 01573/8823051.
Pressesprecherin für den ADFC KV Mainz-Bingen e.V.:
Amelie Döres
Mobil: 0170 22 33 172
Festnetz: 06131 69 31 31
Wir laden alle Mitglieder und ausdrücklich auch alle grünen Freund*innen wie Interessierte herzlich zu unserem nächsten Treffen ein.
Am Donnerstag, den 09.04.2026 um 20.00 Uhr treffen wir uns im Haus Friesenecker (neben dem alten Rathaus) auf Ortsgemeindeebene.
Besprochen werden alle grünen Themen, die uns am Herzen liegen, sei es vor Ort, in der VG oder auf Kreisebene. Manchmal auch die große Weltpolitik.
Wir freuen uns auf Euch und eine spannende Diskussion!
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der VG Bodenheim stellt folgenden Antrag:
Einbindung des Umweltausschusses und des Verbandsgemeinderates in die
Unterhaltung und Pflege der natürlichen Gewässer III. Ordnung (§ 67 Abs. 1 Nr. 7 GemO RP
i. V. m. § 35 Abs. 1 Nr. 3 LWG RP
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, dass der Verbandsgemeinderat Bodenheim beschließt:
- Die Gewässerpflege und -unterhaltung der natürlichen Gewässer III. Ordnung wird künftig nicht mehr ausschließlich als Geschäft der laufenden Verwaltung behandelt.
- Dem Umweltausschuss sind im Rahmen der Haushaltsberatungen die geplanten Maßnahmen der Gewässerunterhaltung für das jeweilige Haushaltsjahr darzustellen.
- Der Umweltausschuss führt einmal jährlich eine Begehung der natürlichen Gewässer III. Ordnung im Gebiet der Verbandsgemeinde durch.
- Dem Umweltausschuss sind einmal jährlich die durchgeführten sowie die für das laufende Jahr noch vorgesehenen Maßnahmen der Gewässerunterhaltung vorzulegen.
Begründung
Die Unterhaltung der natürlichen Gewässer III. Ordnung ist gemäß § 35 Abs. 1 Nr. 3 LWG RP eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde. Sie stellt keine singuläre Einzelmaßnahme dar, sondern eine dauerhaft wiederkehrende Aufgabe mit kontinuierlichem Haushaltsvolumen sowie erheblicher wasserwirtschaftlicher, ökologischer und klimaanpassungsrelevanter Bedeutung.
Seit 2017 wird die Gewässerunterhaltung organisatorisch als Geschäft der laufenden Verwaltung behandelt, ohne eine regelmäßige strukturelle Beratung im Umweltausschuss oder im Verbandsgemeinderat. Der Umweltausschuss hat sich zuletzt 2016 inhaltlich mit dem Thema befasst; eine Einberufung erfolgte zuletzt 2018.
Diese fehlende strukturelle Einbindung wird der Bedeutung der Aufgabe nicht gerecht.
Gemäß § 67 Abs. 1 Nr. 7 GemO RP entscheidet der Verbandsgemeinderat in Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. Die Organisation, Priorisierung und finanzielle Ausgestaltung einer dauerhaften Pflichtaufgabe mit wiederkehrendem Haushaltsvolumen erfüllt dieses Kriterium.
Die Darstellung der geplanten Maßnahmen im Umweltausschuss stellt sicher, dass Prioritätensetzungen, Mittelansätze und fachliche Zielsetzungen transparent beraten und politisch verantwortet werden.
Ziel des Antrags ist keine operative Einzelfallsteuerung, sondern die strukturelle Einbindung dieser Daueraufgabe in die regelmäßige Beratung und fachliche Begleitung durch den Umweltausschuss sowie die haushaltsrechtliche Verantwortung des Verbandsgemeinderates.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Starkregenereignisse können Defizite in der Gewässerunterhaltung erhebliche ökologische und finanzielle Folgen nach sich ziehen. Eine transparente Priorisierung, regelmäßige Befassung und nachvollziehbare Maßnahmenplanung dienen daher sowohl der Risikovorsorge als auch der politischen Verantwortung.
gez. Dr. Sarah Frey-Gruber
Stellv. Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN VG-Rat
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der VG Bodenheim stellt folgenden Antrag:
Die Verbandsgemeindeleitung wird gebeten, das erarbeitete Pflegekonzept und die rechtlichen Rahmenbedingungen über die Gewässer- und Grabenpflege im Umweltausschuss vorzustellen.
Als Themen des Informationsaustausches werden vorgeschlagen:
- Notwendigkeit und Turnus des Räumens (z. B. 5- oder 10-jährig).
- Art und Umfang der Mahd, insbesondere ob halbseitig, abschnittsweise, selektiv oder zeitlich gestaffelt gemäht werden sollte.
- Abschnitte, in denen nur im unteren Bereich gemäht oder mindestens 1/3 der Böschung ausgespart werden soll.
- Vorgehen beim Mäh- und Räumgut: Dauer der Zwischenlagerung, Weiterverwendung oder fachgerechte Entsorgung.
- Abschnitte, in denen die regelmäßige Unterhaltung eingestellt oder reduziert werden kann (z. B. ökologisch besonders wertvolle oder dauerhaft wasserführende Bereiche).
- Weitergehende ökologische und wasserwirtschaftliche Optimierungsmaßnahmen, die im Rahmen der Unterhaltung umgesetzt werden können, wie:
- Anlage von Wildblumen- und Kräutersäumen,
- naturnahe Aufweitungen oder Sedimentrückhaltebereiche,
- ökologische Verbesserung der Durchgängigkeit (Rückbau kleiner Abstürze),
- Entrohrungen oder Renaturierungsmaßnahmen,
- Optimierung von Pflegeabschnitten zur Förderung des Biotopverbunds.
Begründung:
Das Gewässer- und Grabensystem im Gebiet der Verbandsgemeinde Bodenheim umfasst ca. 54 km. Für die Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung (Spatzenbach, Kapellengraben, Eichelsbach und Flügelsbach) ist die Verbandsgemeinde zuständig. Die Gräben stehen überwiegend im Eigentum der Ortsgemeinden. Die Beauftragung der Unterhaltung und Pflege erfolgt jedoch durch die Verbandsgemeinde.
Die Pflege der Gewässer, Gräben und Rückhaltebecken ist für Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden mit hohen jährlichen Kosten verbunden. Dabei fehlt es an einem Gesamtkonzept. Dies führt dazu, dass einzelne Abschnitte teilweise stark überwuchert sind und dass bei Starkregenereignissen Probleme auftreten können.[1]
Darüber hinaus haben Gewässer und Gräben unter bestimmten Voraussetzungen (zeitweise oder dauerhafte Wasserführung, naturnahe Ausprägung von Sohle, Ufer und Vegetation, Pufferstreifen mit entsprechender Pflege, ökologisch orientierte Unterhaltung) eine eigenständige Rolle als Lebensraum und/oder wichtiger Bestandteile des Biotopverbundes sein. Die Biotopverbundfunktion (Verbindungselemente oder Ausbreitungsbänder zwischen eigenständigen Lebensräumen) steht insbesondere in ansonsten strukturarmen Landschaften im Vordergrund.[2]
Um ihrer Entwässerungsfunktion insbesondere bei Starkregenereignissen gerecht zu werden und um ihre Rolle als Lebensraum zu stärken, empfiehlt sich unbedingt die Aufstellung eines Unterhaltungskonzeptes für die Gewässer und Gräben.[3]
[1] Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die Verbandsgemeinde Bodenheim, Maßnahmenkatalog Nackenheim, Nr. [15], „Graben N 6 entlang des Wirtschaftsweges nördlich der Straße „Am Weiher“ (parallel),
gilt auch für andere Abzugsgräben / Leitgräben“ „Der Graben entlang des Wirtschaftsweges nördlich der Straße „Am Weiher“ (parallel) ist zum Zeitpunkt der Begehung sehr stark bewachsen. Die Grabensohle und -böschung sind mit einer Schicht von Pflanzen bedeckt und dadurch nicht mehr sichtbar. Durch den starken Bewuchs wird die Abflussleistung des Grabens herabgesetzt.“
Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die Verbandsgemeinde Bodenheim, Maßnahmenkatalog Harxheim, Nr. [3] „Westlicher Graben H 6 zum Rückhaltebecken“ „Der zum Rückhaltebecken (Nr. [2]) führende Graben H 6 weist einen sehr starken Bewuchs der Grabensohle und der Grabenböschungen auf. Dadurch wird das abflusswirksame Grabenprofil deutlich reduziert.“
Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die Verbandsgemeinde Bodenheim, Maßnahmenkatalog Lörzweiler, Nr. [1] „Südlicher Graben“ „Da der Graben zum Zeitpunkt der Ortsbegehung (04.09.2020) stark bewachsen war, kann nicht die vollständige Abflussleistung des Grabens erzielt werden. Im daraus folgendem Versagensfall ist ein Oberflächenabfluss zur Ortsgemeinde Lörzweiler gemäß der Geländegeometrie nicht auszuschließen.“
[2] Arbeitshilfe Unterhalt von Gräben, Bayrisches Landesamt, Stand April 2015, S. 12, Heft 55 des Landesamtes für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) „Unterhaltung und Pflege von Gräben“, 1999, S. 8 ff.
[3] Arbeitshilfe Unterhalt von Gräben, Bayrisches Landesamt, Stand April 2015, S. 16, aber auch Wasserverbandstag e. V. Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Gewässerunterhaltung in Sachsen-Anhalt, S. 28 ff.
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrter Herr Bürgermeister und
Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates,
eine der ersten Fragen, die wir uns nach Sichtung der Unterlagen gestellt haben, war:
Was sehen wir, wenn wir uns den Haushalt für 2026 anschauen?
Zunächst möchten wir hervorheben, dass der vorliegende Haushaltsentwurf trotz herausfordernder Rahmenbedingungen ein wichtiges positives Signal setzt: Die Umlagen haben sich um ca. 4,7 Millionen Euro reduziert. Das verschafft uns Luft zum Atmen – auch wenn bereits absehbar ist, dass die Umlagen in 2027 wieder steigen werden. Dennoch: Ein ausgeglichener Haushalt, keine Neuverschuldung und eine Rückführung bestehender Kredite sind solide Grundlagen, auf denen wir aufbauen können. Dies begrüßen wir ausdrücklich.
Wir erkennen im Haushalt einige zukunftsweisende Ansätze: Das Starkregenkonzept, Entsiegelungsmaßnahmen, Bike-Sharing, Investitionen in Photovoltaik – all das sind richtige und notwendige Bausteine. Ebenso begrüßen wir Maßnahmen wie die Schulwegmarkierungen, Mittel für Baumnachpflanzungen und die Förderung der ortsansässigen Unternehmen.
Doch bei aller Anerkennung dieser Ansätze müssen wir gleichzeitig feststellen: Ein klares, langfristiges Ortsentwicklungskonzept ist weiterhin nicht erkennbar.
Wo soll Bodenheim in fünf bis zehn Jahren stehen?
Welche Prioritäten setzen wir als Gemeinde?
Was sind unsere Schwerpunkte, unsere Ziele?
Diese Fragen bleiben unbeantwortet – und damit fehlt uns eine Richtung, eine Idee, um Investitionen strategisch, nachhaltig und ganzheitlich auszurichten.
Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von Umlagen enorm: 49 Prozent unserer Aufwendungen liegen nicht in unserer Kontrolle. Die Liquiditätskredite sind mit 4,6 Mio. Euro weiterhin hoch und werden uns noch die kommenden Jahre begleiten.
Trotz einzelner Klimaschutzmaßnahmen fehlt ein übergreifendes Klimaanpassungs-, Hitze- und Nachhaltigkeitskonzept, das unsere Gemeinde resilienter und zukunftsfähiger macht.
Was bedeutet das für Bodenheim?
Ein Haushalt ohne strategisches Leitbild führt dazu, dass wir uns von Projekt zu Projekt hangeln. Wir reagieren, statt zu gestalten! Das Ergebnis sind Flickenteppiche: Viele kleine Maßnahmen, aber kaum zusammenhängende Strukturen: Es fehlt beispielsweise an verbundenen Radwegnetzen in den Ort und aus dem Ort heraus, zentrale Begrünungen im Ortskern, KiTas werden in Gewerbegebiete gebaut usw. Das betrifft unsere Mobilität genauso wie unsere Flächennutzung, unsere sozialen Angebote, die Pflege unserer Infrastruktur oder unseren Umgang mit Klimarisiken.
Außerdem investieren wir viel Geld in Sanierungen, statt Instandhaltungen regelmäßig und präventiv durchzuführen. Die Unterhaltung von Straßen erhält weiterhin sehr viele Mittel, während nachhaltige Mobilität, fuß- und fahrradgerechte Infrastruktur oder Verkehrsvermeidung kaum sichtbar vorankommen.
Das Generationen Netzwerk hat in den letzten beiden Jahren zahlreiche wichtige Vorschläge im Bereich des sozialen Miteinanders erarbeitet: Aufwertung von Begegnungsorten, zentral gelegene schattige Treffpunkte, Ausbau der Barrierefreiheit usw.– hierzu bleibt der Haushalt aber nahezu stumm. All das prägt den Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger.
Besonders kritisch ist, dass die Gemeinde nicht ausreichend auf die Klimakrise vorbereitet ist. Einzelne Maßnahmen sind gut, aber bei weitem nicht ausreichend. Wenn wir heute nicht konsequent handeln, verschieben wir die Last auf künftige Haushalte – und damit auf kommende Generationen. Hitze, Starkregen, steigende Energiepreise und wachsende Fixkosten sind Realitäten, keine abstrakten Zukunftsszenarien. Ohne klare Strategie riskieren wir höhere Folgekosten, geringere Handlungsfähigkeit und sinkende Lebensqualität.
Ein nachhaltiger Haushalt braucht Resilienz.
Was wir uns für das Bodenheim von morgen wünschen
Wir stehen heute im zweiten Haushaltsjahr unserer Fraktion hier im Gemeinderat. Schon 2025 haben wir vier zentrale Forderungen formuliert – und wir halten sie weiterhin für entscheidend:
- Strategische Finanzplanung
- Ganzheitliches nachhaltiges Ortsentwicklungskonzept
- Kritische Überprüfung aller Investitionen und
- Stärkere Bürgerbeteiligung.
Unser Wunsch für 2026 ist deshalb klar:
Lasst uns gemeinsam ein Leitbild für Bodenheim entwickeln – mit echter Beteiligung der BürgerInnen und mit ausgewiesenen ExpertInnen. Ein Leitbild, das ökologische, ökonomische und finanzielle Realitäten zusammenführt und daraus Prioritäten für die kommenden Jahre ableitet.
Wir wünschen uns:
- Ein auf lange Sicht ausgerichtetes Ortsentwicklungskonzept mit sozialökologischer Ausrichtung
- eine Mehrjahresstrategie für Emissionsreduktion, Klimaanpassung und Infrastrukturpflege,
- eine tiefergehende ökologische und ökonomische Bewertung aller Investitionen,
- und einen Risikopuffer als Rücklage für Energie- und Umlagenrisiken
Zudem sollten wir soziale und gemeinschaftliche Themen wieder sichtbar machen: Bewegungs- und Begegnungsangebote – Orte, die unser Zusammenleben stärken. Ein kleines Bürgerbudget, ein jährliches Öko-Budget oder gezielte Mittel für den Rad- und Fußverkehr können viel bewirken.
Unser Wunsch ist es, den Haushalt nicht nur zu verwalten, sondern zu gestalten – mit Mut, Weitsicht und Verantwortung.
Denken wir nicht nur an das Hier und Jetzt. Denken wir an das Bodenheim von morgen. Ein Bodenheim, das klimafest ist, lebenswert, sozial und finanziell stabil.
Der Haushalt 2026 setzt einige wichtige Akzente. Doch er braucht mehr strategische Tiefe, ein konkretes Leitbild für die Zukunft und mehr Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam anpacken.
Die Fraktion der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN freut sich auf die weitere Zusammenarbeit im kommenden Jahr und bietet an, den Blick nach vorne gemeinsam zu gestalten. Wir stimmen dem Haushalt 2026 zu.
Vielen Dank.
Jens Richterich
Fraktionsvorsitzender
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN OG Bodenheim
Download als pdf: 20251210_Haushaltsrede_Grüne

